Hamburg/Bonn (dapd). Das Bundeskartellamt hat in diesem Jahr wegen Wettbewerbsverstößen bereits Bußgelder von 220 Millionen Euro verhängt. Insgesamt seien in den vergangenen zehn Monaten 13 Kartellverfahren gegen 53 Unternehmen zu Ende gebracht worden, sagte der Behördenpräsident Andreas Mundt in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit „Manager Magazin online“. Trotz dieser Erfolgsbilanz drängte Deutschland oberster Wettbewerbshüter auf eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen. Die geltenden Gesetze enthielten nach wie vor Schlupflöcher, mit denen sich Unternehmen – etwa durch eine geschickte Umstrukturierung im Konzern – ganz legal der Haftung für ihre Kartellverstöße entziehen könnten. „Die müssen wir dringend schließen“, sagte Mundt. Der Kartellamtschef plädierte dabei für eine Anlehnung an das europäische Recht. Die EU mache Konzerne für Verfehlungen bei ihren Töchtern verantwortlich. „Da ist die Muttergesellschaft also auch immer in der Haftung“, betonte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)