Berlin (dapd). Finanzpolitiker der schwarz-gelben Koalition werben für eine Ablehnung der Klagen gegen den europäischen Rettungsschirm ESM durch das Bundesverfassungsgericht. „Würde der ESM verhindert, wäre die Gefahr groß, dass die EZB auf Dauer Anleihen kauft“, sagte der FDP-Finanzpolitiker Hermann Otto Solms der Zeitung „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. Könne der ESM hingegen seine Arbeit aufnehmen, habe die Europäische Zentralbank keinen Anlass mehr für die angekündigten Anleihekäufe. „Die Argumentation der EZB lautet ja, dass sie sich engagieren müsse, weil die politischen Maßnahmen nicht ausreichten“, sagte Solms. Unionsbundestagsfraktionsvize Michael Meister (CDU) wünscht sich ebenfalls ein Ja aus Karlsruhe. „Die Märkte haben den ESM bereits eingepreist“, sagte er dem Blatt. „Falls das Gericht den ESM für verfassungswidrig halten sollte, drohen Turbulenzen an den Finanzmärkten.“ Allerdings sei auch ein vom Verfassungsgericht verordneter Stopp für den ESM zu verkraften. „Dann haben wir immer noch den vorläufigen Rettungsschirm EFSF und dort sind noch 100 bis 200 Milliarden Euro übrig“, sagte er. „Der Euro wird deshalb so oder so am kommenden Mittwoch nicht untergehen.“ dapd (Politik/Politik)